Klinik für Nuklearmedizin

Klinik für Nuklearmedizin

Die Nuklearmedizin beschäftigt sich vorrangig mit der Sichtbarmachung unterschiedlicher Stoffwechselvorgänge sowie filigraner Gewebe- und Skelett-Strukturen. Dazu werden in der Regel schwach radioaktive Substanzen eingesetzt.

Das Spektrum dieser relativ jungen Disziplin beschränkt sich längst nicht mehr allein auf die Diagnostik, sondern bietet vielfältige therapeutische Anwendungsgebiete.
Beispielsweise bei Schilddrüsen-Fehlfunktionen, kardiologischen oder urologischen Erkrankungen sowie Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates, bildet die Nuklearmedizin eine wichtige Säule in der Diagnostik und Therapie.

Mit einem SPECT-CT und einem PET/CT verfügt die Gronauer Klinik für Nuklearmedizin über modernste Spitzentechnologie in der Krebs-Therapie. Die innovativen Verfahren machen funktionelle und metabolische Bildgebung zur Detektion von biologisch aktivem Tumorzellnachweis und Stoffwechselstörungen im gesamten Körper möglich.

Wir nutzen moderne Hightech-Medizin, legen aber besonders hohen Wert auf Nähe und Vertrauen. Darum nehmen wir uns Zeit für den Dialog mit unseren Patienten und mit allen Beteiligten. Wir möchten, dass unsere Patienten sich sicher fühlen und verstehen, was wir mit ihnen besprechen. Dafür stehen wir mit unserem Team ein.

Leistungen

Szintigrafie

Die Szintigrafie (lat. scintilla Funke) ist ein bildgebendes Verfahren der nuklearmedizinischen Diagnostik, deren Bilder auch Szintigramm genannt werden. Dabei werden radioaktiv markierte Stoffe (Radiopharmaka) in der Regel intravenös in den menschlichen Körper eingebracht, um sich in dem zu untersuchenden Zielorgan anzureichern. Unsere Doppelkopfgammakamera (General Electric Discovery NM 630, neueste Bauart) ist in der Lage, die Lokalisation, von der die abgegebene Strahlung gemessen wird, sichtbar zu machen, beispielsweise Entzündungsherde im Skelett (Skelettszintigrafie). Da der zeitliche Ablauf von Aufnahme und Ausscheidung der strahlenden Substanz aufgezeichnet werden kann, lassen sich auch Informationen über die Funktion von Organen, beispielsweise in der Nierenfunktionsszintigrafie oder Herzszintigrafie gewinnen.

Die Strahlenbelastung ist bei diesen Untersuchungen in der Regel sehr gering.
Unsere moderne Software ist in der Lage, Bilder der Szintigraphie mit radiologischen Schnittbildern (z. B. CT, MRT) zu fusionieren. Dies erhöht in bestimmten Situationen die diagnostische Genauigkeit enorm.

PET/CT

Die sog. Positronen-Emissions-Tomografie (kurz PET) ist eine nuklearmedizinische Untersuchungsmethode, die insbesondere in der Tumordiagnostik zunehmend an Bedeutung gewinnt. Im Gegensatz zu den üblichen bildgebenden Verfahren wie Ultraschall-, Röntgen- oder Computertomographie und kernspintomographische Untersuchungen, die etwas über die Struktur von Organen aussagen, stellen alle nuklearmedizinischen Untersuchungsmethoden normale oder krankheitsbedingte Organfunktionen dar. Da bei diesen Untersuchungen die normale Funktion des Organs nicht gestört werden darf, können nur geringste Mengen einer Substanz, sozusagen in Spuren (engl. Tracer) eingesetzt werden. Nach der Injektion vermischt sich der Tracer mit den körpereigenen Substanzen und wird mit diesen von den Organen aufgenommen.
Um diesen Vorgang sichtbar zu machen, werden die Substanzen schwach radioaktiv markiert und können so mit einer empfindlichen Kamera von außen gemessen werden. Die Stoffmengen sind dabei so gering, dass sie mit anderen Verfahren nicht mehr nachweisbar sind. Bei den applizierten Substanzen handelt es sich also nicht um Kontrastmittel, wie sie beim Röntgen eingesetzt und in relativ hohen Dosen injiziert werden müssen. Die im PET/CT eingesetzten Substanzen sind Stoffe, die meist in ähnlicher Form im Körper vorkommen und deren Verteilung oder Verbrauch so sichtbar gemacht werden kann – wie z. B. die Verbrennung von Fett oder Zucker oder der Aufbau von Eiweißen.

Ein in der Krebsdiagnostik mit großem Erfolg eingesetzter Tracer ist das FDG (F18-Desoxyglukose). Es handelt sich um ein mit radioaktivem Fluor-18 markiertes Traubenzuckermolekül. Das FDG wird wie der natürliche Traubenzucker von den Zellen aufgenommen, aber dabei nur teilweise „verbrannt". Traubenzucker wird von allen Körperzellen als Energielieferant gebraucht. Da Tumorzellen wegen Veränderungen im Zuckerstoffwechsel sehr viel mehr Zucker benötigen, kann die Messung des Traubenzucker-Verbrauchs, zur Sichtbarmachung von bösartigen Zellen, also zur Diagnostik herangezogen werden. Bösartige Tumore heben sich im PET/CT-Bild dadurch deutlich gegenüber dem normalen umliegenden Gewebe ab. Auch wenige Millimeter große Krebsabsiedelungen (Metastasen) können so schon erkannt werden.

Dieses Messprinzip führt zu einer ca. hundertfach höheren Empfindlichkeit und einer deutlich besseren Auflösung im Vergleich mit anderen nuklearmedizinischen Verfahren. Auch können so tausendfach geringere Stoffmengen gemessen werden, als vergleichsweise MRT-Geräte diese erfassen könnten. Somit eignet sich PET/CT hervorragend für die Beantwortung von Fragen über die Funktion von Zellen oder Geweben und ergänzt dabei die morphologische Bildgebung von CT und MRT.

 

PET/CT-Diagnostik
PET/CT-Diagnostik: Nachweis eines krankhaften (pathologischem) Lymphknotens

a) im CT nicht sicher erkennbar
b) deutlich im PET erkennbar
c) eindeutig im fusionierten PET/CT visualisierbar

 

Fusionierte PET/MR-Diagnostik eines sehr kleinen Prostatakarzinoms:
Nachweis des Primärtumors und anschließende histologische
Sicherung nach Fusionsbiopsie

 

SPECT/CT-Untersuchung: Eindeutiger Nachweis einer ossären Metastase mit genauer Lokalisation (rot/blau)

 

Belastung mit Radioaktivität


Das FDG hat eine Halbwertszeit von 110 Minuten, d. h. nach 2 Stunden ist nur noch die Hälfte, nach 4 Stunden ein Viertel usw. der ursprünglichen Aktivität im Körper vorhanden. Außerdem wird ca. ein Drittel der Aktivität in der ersten Stunde mit dem Urin ausgeschieden. Da schon nach wenigen Halbwertszeiten praktisch alle Radioaktivität zerfallen ist, endet die Strahlenbelastung lange bevor die Substanz FDG selbst aus dem Körper ausgeschieden worden ist.

Ein anderer Vorteil der FDG-PET/CT ist der Umstand, dass der Tracer aktiv vom Zielgewebe (Tumor) aufgenommen wird, sich also vorwiegend nur in den Zielgeweben anreichert (ähnlich wie das Jod in der Schilddrüse). Die Strahlenbelastung liegt insgesamt bei ca. 5-10 mSv. Im Vergleich dazu liegt die Strahlenbelastung der natürlichen, jährlichen Strahlenbelastung in Mitteleuropa bei 4-6 mSv.


Was kann die PET/CT-Diagnostik leisten?


FDG-PET/CT kann allgemein krankhafte Veränderungen von unterschiedlichen Stoffwechselvorgängen im Körper (Zuckerstoffwechsel-, Fettstoffwechsel, Eiweißstoff-und Phosphatstoffwechsel) nachweisen. Neben der wichtigen Abklärung eines unklaren Rundherdes in der Lunge, der im Thoraxübersichtsbild oder in der Computertomographie gesehen wurde, kann man prinzipiell die möglichen Indikationen für eine Untersuchung bei Verdacht auf Krebserkrankungen oder bereits festgestellten Krebserkrankungen in folgende Gruppen unterteilen:


Ausbreitungsdiagnostik (Staging) nach Entdeckung eines Muttertumors (Primärtumor)
Hierbei geht es um die Frage, ob und wo Tumorabsiedelungen (Lunge, Leber, Knochen, Lymphknoten) stattgefunden haben. Dies ist besonders bei ausgedehnten Primärtumoren wichtig, um so eine optimale Therapieplanung (Operation, Chemo- und/oder Strahlentherapie) zu ermöglichen. FDG-PET/CT erlaubt insbesondere einen frühzeitigen Nachweis von kleinen Lymphknotenmetastasen, sowie von Metastasen in Leber und Lunge, die häufig mit den üblichen Methoden noch nicht gesehen werden können.


Verdacht auf ein erneutes Auftreten eines Tumors (Restaging)
Hierbei geht es um die Frage, ob in dem alten Tumorbett oder in der näheren Umgebung ein erneutes Tumorwachstum aufgetreten ist. Gerade nach Operationen kann am Anfang nicht immer sicher zwischen der Bildung von Narbengewebe und kleinen Tumorsträngen unterschieden werden. PET/CT kann hier das übliche 3- bis 6-monatige Intervall bis zu einer erneuten Verlaufskontrolle verkürzen und erlaubt somit eine frühzeitige Einleitung geeigneter Nachweise eines Therapieerfolges (Therapie-Monitoring). Gerade bei ausgedehnteren Tumoren und/oder Befall unterschiedlicher Organe werden zumeist nicht alle Tumornester abgetötet. Auch ist bei größeren Tumoren nicht mit einer vollständigen Auflösung und dem kompletten Verschwinden der Tumorknoten zu rechnen, da hier oft Vernarbungen auftreten. Es muss deshalb mit einem frühzeitigen Wiederauftreten eines Tumors gerechnet werden. FDG-PET/CT kann hier gut zwischen Narbe und kleinen Tumorresten unterscheiden.


Wie läuft eine Untersuchung ab?

Der Patient wird gebeten, nüchtern zur Untersuchung zu kommen, darf aber unbegrenzt Wasser (oder zuckerfreie Getränke) zu sich nehmen. Nach einem kurzen Gespräch mit dem Arzt, der sich über wichtige Krankheitsdaten informiert, wird der Tracer über eine kleine Kanüle intravenös injiziert und mit etwas Kochsalzlösung nachgespült. Danach sitzt oder liegt man in einem separaten videoüberwachten Raum etwa 1 Stunde (Anreicherungsphase), je nach Fragestellung (mit/ohne Flüssigkeitszufuhr mit Wasser zur Anregung der Harnausscheidung). Anschließend erfolgt eine Körperleermessung, um die Körperkontur und die Dichte der einzelnen Organe (Lunge, Leber, Knochen) aufzuzeichnen, dann die Ganzkörperdiagnostik oder bei Fragestellung rund um ein Organ (Gehirn/Gelenk) als Teildiagnostik. Nach Abschluss der Untersuchungen und dem Arztgespräch kann der Patient direkt nach Hause gehen, ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen beachten zu müssen. Auch besteht keine Einschränkung der Fahrtauglichkeit.


Was ist vor einer Untersuchung zu beachten?


Die Patienten müssen nüchtern zur Untersuchung kommen (letzte Mahlzeit abends einnehmen), dürfen aber unbegrenzt ungesüßte Flüssigkeiten/Getränke (bevorzugt Wasser) zu sich nehmen. Die Einnahme von regelmäßigen Medikamenten (Blutdruck, Herz etc.) kann ganz normal erfolgen. Diabetiker sollten den Arzt zum Zeitpunkt der Anmeldung über ihre Erkrankung informieren, sodass das weitere Vorgehen mit dem Patienten individuell besprochen werden kann. Akute, entzündliche Erkrankungen (grippaler Infekt, Husten, Schnupfen, Durchfall) sollten dem Arzt ebenfalls mitgeteilt werden, um ggf. die Untersuchung zu verschieben.

Wer bezahlt die PET/CT-Untersuchung?
Die PET/CT-Untersuchung ist unter bestimmten Optionen eine Leistung der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) und ist auch im Leistungskatalog der Privaten Krankenversicherungen (PKV) enthalten. In Einzelfällen werden die Kosten der Untersuchung durch die Gesetzliche Krankenkasse nach vorheriger Rücksprache übernommen - bitte nehmen Sie hierfür vor der Untersuchung Kontakt zu Ihrer Versicherung/Ihrem Sachbearbeiter auf.
Wenn Sie oder der Arzt Ihres Vertrauens der Meinung sind, dass diese Untersuchung bei Ihrer Erkrankung medizinisch indiziert ist und eine weitere Beratung mit dem PET/CT-Spezialisten gewünscht ist, sollten Sie sich zu einem Beratungsgespräch telefonisch anmelden. Hier können dann spezielle Fragen bezüglich Indikationen etc. ausführlich besprochen werden.

SPECT/CT

Bei der SPECT-Untersuchung handelt es sich um eine diagnostische Maßnahme aus dem Bereich der Nuklearmedizin. Die Abkürzung SPECT steht für Single Photon Emission Computed Tomography, auf Deutsch: Einzelphotonen-Emissions-Computertomografie (auch Single-Photon-Emissions-Computertomografie). Es handelt sich dabei um ein Untersuchungsverfahren, mit dem man die Stoffwechselvorgänge in verschiedenen Organen darstellen kann. Der Arzt verwendet dazu radioaktive Substanzen, die sogenannten Tracer.

Mit DER SPECT-Technologie wird die funktionelle Sensitivität von SPECT mit den detaillierten anatomischen Informationen der diagnostischen Mehrschicht-CT kombiniert. Die SPECT/CT fügt somit die Information zum Aufbau eines Organs zusammen mit den Erkenntnissen über seine Funktionsfähigkeit.
Bei dem SPECT/CT handelt es sich um ein sogenanntes Hybridsystem, bei dem im Rahmen der nuklearmedizinischen Untersuchung herkömmliche Marker zur Untersuchung der Schilddrüse, des Knochens, der Lunge, der Nieren sowie des Herzens eingesetzt werden. Dabei werden CT-Befunde, die möglicherweise nicht ausreichenden Aufschluss geben, mit Bildern der Gamma-Kamera fusioniert und somit die Visualisierung verstärkt. Durch den Einsatz effektiver und innovativer Aufnahmeplatten im Kamerakopf der Gamma-Kamera wird die Messempfindlichkeit erhöht. Gleichzeitig wird eine Reduzierung der Aufnahmezeiten erreicht und zugleich die injizierte Dosis für den Patienten reduziert. Darüber hinaus erzeugt die digitale Doppelkopf-Großfeld-SPECT-Kamera eine bessere Bildqualität, insbesondere in Kombination mit dem Ultra-Low-Dose CT (Niedrigdosis-CT) zur präzisen 3-dimensionalen Darstellung anatomischer Strukturen oder in Kombination mit einem diagnostischen Mehrzeilen-CT zur Bestimmung krankhafter Strukturen im menschlichen Körper.
Die innovative Bildgebungstechnologie erfasst schnell und in nur einer Untersuchung exakte diagnostische Informationen auf molekularer und anatomischer Ebene, mit denen der Arzt Veränderungen auf molekularer Ebene entdecken kann, lange bevor diese als strukturelle Veränderungen sichtbar werden. Mit dieser SPECT/CT-Methode kann die genaue Position, Größe und Art sowie das Ausmaß von Erkrankungen festgestellt werden. Mit nur einem System können bis zu drei separate Untersuchungsvarianten eingesetzt werden: SPECT, Mehrschicht-CT und SPECT-CT.

Wie läuft eine Untersuchung ab?
Zuerst legt der Arzt dem Patienten einen venösen Zugang über die Ellenbeuge oder den Handrücken. Über diesen kann ein beruhigendes Mittel verabreicht werden, falls gewünscht. Über diesen Zugang wird auch das radioaktive Tracer-Material eingebracht. Dieses verteilt sich anschließend über die Blutbahnen im Körper. Bis sich dieses Mittel im zu untersuchenden Organ anreichert, können wenige Minuten, aber u. U. auch Stunden vergehen. Der Patient sollte in diesem Zeitraum entspannt ruhig liegen, um den Stoffwechsel nicht zu beeinflussen. Nun wird der Patient auf der Untersuchungsliege durch das bogenförmige SPECT-Gerät gefahren. Dieses macht nun Aufnahmen vom entsprechenden Organ, aus denen ein Computer ein hochaufgelöstes dreidimensionales Bild erstellt. Die Dauer der eigentlichen Untersuchung kann über eine Stunde betragen. Der Patient wird während dieser Zeit konstant betreut.

Welche Risiken birgt eine SPECT?


Die SPECT selbst ist eine für den Patienten schmerzfreie Untersuchung. Viele Patienten erschrecken bei der Erwähnung des Wortes „radioaktiv" und sorgen sich wegen Strahlenschäden. Die Menge an Strahlung, welcher der Patient während der Untersuchung ausgesetzt wird, ist jedoch sehr gering. Die Dauer der Strahlenwirksamkeit ist abhängig vom verwendeten Tracer. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Technetium. Dieses zerfällt nach Verabreichung im Körper sehr schnell, sodass nach etwa 24 Stunden so gut wie keine Radioaktivität mehr vorliegt.

Was kann SPECT leisten?


Dieses Hybridverfahren kann zum Beispiel sehr nützlich beim Aufspüren von Metastasen sein – etwa für Knochenmetastasen beim Mamma- oder Prostatakarzinom. Mit der funktionellen Untersuchungsmethode in SPECT-Technik lassen sich ggf. bereits Knochenmetastasen nachweisen, die in der klassischen Bildgebung noch nicht sichtbar sind (s. Bildbeispiel) Diese Erkenntnisse haben dann entscheidende Auswirkungen auf die Wahl der Therapie.


Die SPECT/CT findet jedoch nicht nur Anwendung bei onkologischen Erkrankungen, sondern wird auch häufig bei gutartigen Krankheitsbildern eingesetzt. In der Myokard-Szintigraphie (Herzuntersuchung) beispielsweise besteht bei adipösen Patienten häufig das Problem, dass die Hinterwand des Herzens, die wesentlich zum Schlagen des Herzens beiträgt in der standardmäßigen Untersuchung infolge von Schwächungs-Artefakten nur eingeschränkt beurteilbar ist, welches durch die neue Untersuchungsmethode nun deutlich besser beurteilt werden kann.
Insbesondere auch in der Orthopädie ist das Einsatzgebiet für die SPECT/CT- Diagnostik sinnvoll, aussagekräftig und oft wegweisend für die weitere Therapie. Durch die steigende Anzahl an Gelenk-Ersatzimplantationen gewinnt die Diagnostik von Prothesenlockerungen zunehmend an Bedeutung. Diese sind nichtinvasiv oftmals schwer zu diagnostizieren. Mithilfe der SPECT-Diagnostik kann jedoch präzise dargestellt werden, ob der Knochen im Prothesenbereich eine vermehrte Anreicherung zeigt und, an welcher Stelle anatomisch genau lockerungstypische Anreicherungsmuster verifiziert werden können. Insbesondere dadurch wird die diagnostische Genauigkeit bei kleineren Implantaten, wie etwa im Wirbelsäulenbereich, gesteigert.

Indikationsgebiete für SPECT/CT-Untersuchungen zur präzisen 3-D-Lokalisationsdiagnostik

Nebenschilddrüsen-Untersuchung


• bei Veränderungen des Serumkalzium und Phosphathaushaltes sowie Erhöhung des Parathormones


Knochen- und Gelenk-Diagnostik:
• Ein- und Mehrphasen-Skelett-Szintigraphie (auch SPECT/CT mit Metall-Artefakt-Korrektur) bei orthopädischen und onkologischen Fragestellungen
• SPECT/CT-Infektdiagnostik am Skelett (Handgelenk/Fußgelenkdiagnostik)
• SPECT/CT bei der Mehrphasen-Skelett-Szintigraphie (z.B. bei Patienten mit Rheuma-Erkrankungen und Fibromyalgie)
• Entzündungsdiagnostik
• Gelenk-Binnenraum-Szintigraphie als SPECT/CT
• Leukozyten-Szintigraphie in Kombination mit SPECT/CT zur Lokalisations-Diagnostik
• Entzündungssuche nach Implantaten (z. B. Knie-TEP, Hüft-TEP, Schulter-TEP) oder bei Verdacht auf Implantat-Lockerung

 

Kardiovaskuläre Diagnostik
• Myokard-Perfusions-Szintigraphie in Ruhe und nach Belastung, ergometrisch oder pharmakologisch, auch als EKG-getriggerte SPECT/CT-Diagnostik
• Endokarditis-Diagnostik
• Myokardiale Vitalitäts-Diagnostik
• Radionuklid-Ventrikulographie mit Tc-99m-markierten Eigen-Erythrozyten (auch als EKG-getriggerte SPECT/CT)


Shunt-Diagnostik
• Rechts-Links-Shunt-Diagnostik mit Tc-99m-MAA
• Links-Rechts-Shunt-Diagnostik Tc-99m-DTPA


Lungen-Untersuchungen
• Bei Patienten mit Lungenfibrose und/oder Asthma bronchiale und COPD zur Darstellung des Schweregrades der Lungenerkrankung
• Nachweis oder der Ausschluss einer Lungenembolie
• Perfusions/Ventilations-Szintigraphie zur Quantifizierung der Funktionsanteile der Lungenabschnitte und Bestimmung des Schweregrades des Lungenemphysems; Indikationsstellung für eine chirurgische Lungenvolumenreduktion


Neuronuklearmedizin: Diagnostik von Bewegungsstörungen (Parkinson-Diagnostik)
• Dopamin-Transport-Diagnostik mit I-123-Ioflupan DATScan in Kombination mit der
• Diagnostik atypischer Parkinson-Syndrome mit F-18-Fluorodesoxyglucose (FDG-PET/CT)


Neuronuklearmedizin: Liquor-Diagnostik
• Liquorraum-Szintigraphie mit In-111-DTPA als Verteilungsprüfung vor intrathekaler Therapie (z. B. vor Therapie bösartiger Flüssigkeiten im Bauchraum (maligner Ascites)
• Liquorraum-Szintigraphie mit In-111-DTPA, auch als SPECT/CT, bei Liquor-Leckage


Nieren-Diagnostik
• Nieren-Funktions-Szintigraphie mit Tc-99m-MAG3 bei Kindern und Erwachsenen (einschließlich Clearance-Messung und Harnabfluss-Prüfung)
• Statische Nieren-Szintigraphie mit Tc-99m-DMSA (auch SPECT und SPECT/CT, auch mit Quantifizierung der Seitenanteile)
• Nieren-Funktions-Szintigraphie mit Tc-99m-DTPA (einschließlich Messung der glomerulären Filtrationsrate, GFR), insbesondere bei/nach induzierten Nierenfunktionsstörungen oder bei Krankheiten mit Nierenfunktionsstörungen


Nebennieren-Diagnostik
• Nebennierenmark-Szintigraphie mit I-123-MIBG bei Phäochromozytomen und Paragangliomen


Neuroendokrine Tumoren
• Somatostatin-Rezeptor-Diagnostik mit SPECT/CT bei Verdacht auf endokrine Tumore
• I-123-MIBG-Szintigraphie, auch als SPECT/CT, bei Tumoren der Neuralleiste (Neuroblastome, Phäochromozytome und Paragangliome
• Somatostatin-Rezeptor-Szintigraphie mit Tc-99m-Tektrotyd bei Verdacht auf endokrine Tumore


Diagnostik des Lymph-Abflusses
• Lymph-Sequenz-Szintigraphie mit Tc-99m-markierten Nanokolloiden bei Lymphödem
• Lymph-Sequenz-Szintigraphie mit Tc-99m-markierten Nanokolloiden vor/nach Operationen an Lymph-Gefäßen


Markierung für intraoperative Lokalisation mit strahlungsempfindlicher Sonde
• Wächter-Lymphknoten-Diagnostik ("Sentinel lymph node") mit Tc-99m-markierten Nanokolloiden bei Mammakarzinomen, malignen Melanomen, Merkelzell-Karzinomen, HNO-Tumore, Vulva-Karzinome, Zervix-Karzinome.
• Rezidiv-Lokalisation mit Tc-99m-markierten PSMA-Liganden bei Prostata-Karzinom

Untersuchungen des Gastrointestinaltraktes
• Abschätzung der erwarteten Leber-Restfunktion vor leberchirurgischen Interventionen ("Remnant Liver Function") mit Tc-99m-Mebrofenin

Blutungsquellen-Diagnostik
• Blutungsquellen-Suche mit Tc-99m-markierten Eigen-Erythrozyten (nach Operationen)
• Blutungsquellen-Suche mit Tc-99m-Pertechnetat (nach traumatischen Ereignissen)
• Blutungsquellen-Suche mit Tc-99m-Pertechnetat bei Verdacht auf Meckel-Divertikel

SPECT/CT-Untersuchung: Eindeutiger Nachweis einer fokalen Entzündung hinter der Kniescheibe und vor dem Implantat, die den Schmerz visualisiert. Ausschluss einer TEP-Lockerung.

Gammakamera

Mit unserer SPECT-fähigen Doppelkopfgammakamera neuester Bauart (General Electric Discovery NM 630) werden Stoffwechselvorgänge und deren (regionale) Veränderungen sichtbar gemacht und geortet (z.B. Entzündungen im Skelettsystem). Darüber hinaus können Informationen über die Funktion von Organen gewonnen werden (z.B. Nierenfunktionsszintigraphie).
Unsere moderne Software ermöglicht die Fusionierung der Szintigraphiebilder mit radiologischen Schnittbildern (MRT, CT). Dies erhöht in bestimmten Situationen die diagnostische Genauigkeit enorm.

Heißlabor

Im Heißlabor werden Stoffwechselspezifische Substanzen einem sichtbar machenden Gammastrahler (Technetium) zu einem Radiopharmacon verbunden. Dies wird dann in den Patienten injiziert.
Durch neueste Standards wird eine große Genauigkeit mit einem hohen Maß an Strahlenschutz verbunden.

Sonographie (Ultraschall)

Der Ultraschall (General Electric Logiq S7) wird in der Nuklearmedizin im Wesentlichen für die Schilddrüsendiagnostik eingesetzt. Über spezielle Schallköpfe ist eine sehr genaue Darstellung der Anatomie und Durchblutung der Schilddrüse und die Beziehung zu Nachbarorganen möglich. Diese Methode ist strahlungsfrei und kann so auch bei jungen Menschen bzw. Schwangeren bedenkenlos eingesetzt werden.
Selbstverständlich können auch andere Organregionen, z. B. Abdominal- und Beckenorgane, Gefäße, Lymphknotenregionen etc. dargestellt werden.

 

Schilddrüsenzentrum

Weitere Informationen unter www.deutsches-schilddruesenzentrum.de

Angebote für Kollegen aus anderen Fachabteilungen

Im Rahmen der täglichen Konferenzen, insbesondere für die Chirurgie, Innere Medizin und Urologie werden sämtliche bildgebenden Verfahren demonstriert und diskutiert.
Angeboten wird zusätzlich eine Tumorkonferenz.

Dr. med. Norbert M. BlumsteinDr. med.
Norbert M. Blumstein
Chefarzt Klinik für Nuklearmedizin

Kontakt

Sekretariat

Britta Bos, Leitung Sekretariat
Tel: 02562 915-2151 • Fax: 02562 915-2155
E-Mail schreiben

Sprechstunden

Montag von 8.00 Uhr bis 15.30 Uhr
Dienstag von 8.00 Uhr bis 15.30 Uhr
Mittwoch von 8.00 Uhr bis 15.30 Uhr
Donnerstag von 8.00 Uhr bis 15.30 Uhr
Freitag von 8.00 Uhr bis 14.30 Uhr
 
und nach Vereinbarung.

 

© 2019 St. Antonius-Hospital | Impressum | Datenschutz