St. Antonius-Hospital Gronau GmbH
Akademisches Lehrkrankenhaus der
Universität Münster
Möllenweg 22
48599 Gronau (Westf.)

Gronau, 16. Oktober 2026. Welche Narkose ist für mich geeignet? Wer sichert meine Atmung und steuert meine Vitalfunktionen während der Operation? Und was passiert nach dem Aufwachen? Zum Welttag der Anästhesie am 16. Oktober gibt das St. Antonius-Hospital Gronau Einblicke in ein Fachgebiet, das oft im Hintergrund arbeitet, aber für nahezu alle Operationen unverzichtbar ist.
Der Aktionstag erinnert an einen Meilenstein der Medizingeschichte: Vor 180 Jahren, am 16. Oktober 1846, wurde in den USA erstmals eine Äthernarkose erfolgreich öffentlich demonstriert. Damit wurde der Weg für Operationen ohne Schmerz frei. Heute umfasst die Anästhesiologie die Betreuung vor, während und nach einer Operation sowie die Fachgebiete der Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie.
Die Betreuung durch das Anästhesieteam beginnt bereits im Vorfeld. Im Aufklärungsgespräch werden für jeden Patienten individuell Vorerkrankungen, eingenommene Medikamente und bisherige Erfahrungen mit Narkosen besprochen. Daraufhin wird das geeignete Anästhesieverfahren ausgewählt und erläutert. Je nach Eingriff kommen Vollnarkose, regionale Betäubung oder Kombinationsverfahren infrage. Auch Fragen und mögliche Ängste werden angesprochen.
Unmittelbar vor der Operation sind Anästhesist und Anästhesiepfleger meist diejenigen, mit denen die Patienten zuletzt sprechen – wichtig ist es dabei, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, in der Ängste und Spannungen genommen werden. „Wer sich sicher und gut aufgehoben fühlt, geht ruhiger und entspannter in den Eingriff“, weiß Sabine Fliß, Chefärztin der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie.
Während der Operation arbeiten Anästhesistinnen und Anästhesisten eng mit der Anästhesiepflege und dem gesamten OP-Team zusammen. Sie steuern die Narkose und überwachen und sichern fortlaufend lebenswichtige Funktionen wie Atmung, Herzschlag, Blutdruck und Sauerstoffversorgung. Bei einer Vollnarkose sichern sie zudem die Atemwege und unterstützen beziehungsweise übernehmen die Atmung durch eine Beatmung. Medikamente und Flüssigkeitszufuhr werden an den individuellen Bedarf angepasst.
Mit dem Ende der Operation beginnt die Betreuung im Aufwachraum. Dort überwacht das Team weiterhin Atmung und Kreislauf, begleitet das Aufwachen und behandelt bei Bedarf Schmerzen oder Übelkeit. Erst wenn der Zustand es zulässt, erfolgt die Verlegung auf die Station. Nach größeren Eingriffen kann eine weitere intensivmedizinische Betreuung erforderlich sein.
Zum Fachgebiet gehören außerdem die Versorgung schwerkranker Menschen auf der Intensivstation, die Behandlung medizinischer Notfälle und die Schmerztherapie. Der Welttag der Anästhesie macht diese vielfältigen Aufgaben sichtbar.