St. Antonius-Hospital Gronau GmbH
Akademisches Lehrkrankenhaus der
Universität Münster
Möllenweg 22
48599 Gronau (Westf.)

Kontakt

Info-Abend Endometriose: Die Krankenheit mit den vielen Gesichtern

« zurück zur Übersicht

Zum Thema Endometriose im Rahmen des Monats März (EndoMarch) kamen zahlreiche Frauen zum Info-Abend.
Sie informierten über Endometriose (von links): die Betroffene Regina Nikitin, Oberärztin Geertruida van Wonderen, Ernährungsberaterin Ulrike Finken, niedergelassene Gynäkologin Simone Husmann, Oberärztin Dr. Verena Schotters und Chefärztin Frauke Sonntag.

Gronau, 26. März 2026. Zahlreiche junge Frauen, teils in Begleitung, waren am Mittwochabend ins European Robotic Institute in Gronau gekommen, um sich über eine Erkrankung zu informieren, die nur Frauen betrifft und zugleich häufig erst spät erkannt wird: Endometriose. Im Endometriose-Awareness-Monat März – kurz EndoMarch genannt – hatte die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des St. Antonius-Hospitals zu diesem Info-Abend geladen. Das Ziel: Über eine Krankheit informieren, die schwer zu fassen ist und Betroffene häufig Jahre lang leiden lässt.

Endometriose ist eine der häufigsten Erkrankungen des weiblichen Unterleibs. Dabei siedelt sich Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter an, was die Schmerzen verursacht. Knapp 10 von 1000 Frauen sind in Deutschland davon betroffen – die meisten von ihnen im gebärfähigen Alter. Nach den Wechseljahren gibt es meist keine Beschwerden mehr.

 „Es gibt bei Endometriose nicht die eine Therapie, die alle Probleme löst“, resümierte Chefärztin Frauke Sonntag am Ende. Wichtig sei vor allem, dass die Frauen selbst aktiv werden und gegebenenfalls Lebens-Gewohnheiten umstellen. „Wir begleiten Sie dabei und möchten Sie daher über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten aufklären. Wir sitzen alle in einem Boot.“

So vielfältig wie die Behandlungsmöglichkeiten waren auch die Informationen: Oberärztin Geertruida van Wonderen machte zu Beginn den Unterschied zwischen normalen Regelschmerzen und den Symptomen einer Endometriose deutlich. Die niedergelassene Frauenärztin Simone Husmann sprach über eine mögliche Therapie mit Hormonen. Dabei wies sie darauf hin, dass gerade die Pille eine symptomlindernde Funktion bei Endometriose haben kann.

Ernährungsberaterin Ulrike Finken gab praktische Tipps: wenig Zucker, kein Alkohol, dafür viel Omega-3 Fettsäuren, was in fettem Fisch vorkommt, Gemüse, Beeren – und vor allem regelmäßige Ernährung. Auch Bewegung und Entspannung wie Yoga kann schmerzlindernd wirken.

Die Betroffene Regina Nikitin stellte vor, was sie als Betroffene ständig mit sich trägt: eine Art Notfallset, welches ihr in akuten Schmerzsituationen auch unterwegs hilft. Dr. med. Verena Schotters stellte am Ende operative Behandlungsmöglichkeiten vor, bei der das Gewebe entfernt wird. Diese Operation wird im St. Antonius-Hospital Gronau auch Roboter-assistiert mit dem da Vinci vorgenommen. Schotters machte aber deutlich: „Die Operation kann die Endometriose nicht heilen.“

Was bleibt? Die Erkenntnis, dass Endometriose nicht heilbar ist, ihre Symptome aber dank zahlreicher Behandlungsmöglichkeiten durchaus steuerbar sind. Und vor allem: Dass die Patientinnen selbst aktiv werden müssen, um trotz ihrer Erkrankung Lebensqualität zu gewinnen. In der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des St. Antonius-Hospitals Gronau haben sie dafür eine Anlaufstelle, die sich derzeit als spezialisierte Endometriose-Klinik zertifizieren möchte. 

© 2019 St. Antonius-Hospital | Impressum | Datenschutz