St. Antonius-Hospital Gronau GmbH
Akademisches Lehrkrankenhaus der
Universität Münster
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Aktion „Alarmstufe Rot – Krankenhäuser in Not“

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Mit dem bundesweiten Aktionstag am 20. Juni unter dem Titel „Alarmstufe Rot – Krankenhäuser in Not" machen die Kliniken in Deutschland auf ihre schwierige und zunehmend sich dramatisch entwickelnde wirtschaftliche Situation aufmerksam. Das St. Antonius-Hospital Gronau unterstützt diese Aktion.

Die Krankenhäuser in Deutschland sind eine der tragenden Säulen der Gesundheits-Versorgung – insbesondere in der Corona-Pandemie. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie, die Explosion der Energiekosten und nicht zuletzt die Inflationsrate bringen die meisten Krankenhäuser in Deutschland momentan in enorme wirtschaftliche Schwierigkeiten. Leider wurde bisher keine belastbare und zukunftsfähige Finanzierung für ebendiese lebensnotwendigen Leistungsträger auf den Weg gebracht.

„Daher unterstützen wir den Aktionstag „Alarmstufe Rot" und die Forderungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft!", sagt Geschäftsführer Christoph Bröcker, „Das bisherige Vorgehen mit, im Schnellverfahren zusammengestellten Hilfspaketen die größten Löcher zu stopfen, um ein Untergehen der Versorgung kurzfristig abzuwenden, macht eine verlässliche Planung seitens der Kliniken nahezu unmöglich. Insbesondere den Patienten und Beschäftigten, aber auch den niedergelassenen Medizinern muss eine klare Perspektive aufgezeigt werden können. Sie müssen sich auch weiterhin auf die Krankenhäuser verlassen können!"

Der Krankenhausrating-Report des renommierten Leibniz-Institut für Wirtschafts-forschung zeigt seit längerem, dass der Anteil der Krankenhäuser die es schaffen, ein Geschäftsjahr mit einer schwarzen Null abzuschließen, kontinuierlich sinkt.

Geschäftsführer Jens Breer erklärt: „Auch, wenn das St. Antonius-Hospital Gronau in den vergangenen Jahren mit positiven Jahresergebnissen zu einer kleiner werdenden Gruppe an Häusern gehört, sehen auch wir durch die aktuellen Entwicklungen die Gefahr, im Jahr 2023 kein angemessenes Ergebnis erzielen zu können. Die notwendigen kontinuierlichen Investitionen benötigen eine nachhaltige Stärkung der Einnahmeseite für alle deutschen Krankenhäuser. Die nicht auf Energie begrenzte Inflation und weiter steigende Kreditkosten schnüren das von der Politik geschaffene Korsett enger."

Die aktuellen, jährlichen Kosten für Personal- und Sachkosten, sowie der Kosten der Investitionsfinanzierung in Höhe von 84,6 Mio. Euro steigen durch die aktuelle Inflation von rd. 8,0 % deutlich an. Dem gegenüber steht ein Plus auf der Einnahmeseite in Höhe von lediglich 4,3%.
Jens Breer konkretisiert: „Allein hieraus ergibt sich die Notwendigkeit, einen Betrag von rd. 3,5 Mio. Euro zu kompensieren."
Zur Refinanzierung der steigenden Energiekosten wird der Bund in diesem Jahr nach deutlichem Drängen der Krankenhäuser rd. 6 Mrd. Euro an die Krankenhäuser zahlen. Christoph Bröcker: „Für unser Haus bedeutet dies einen Betrag von rd. 1,2 Mio. Euro, der kurzfristig etwas Luft verschafft, aber nicht nachhaltig ist."

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat berechnet, dass die Krankenhäuser in Deutschland bis Ende des Jahres 2023 durch inflationsbedingte Kostensteigerungen ein Defizit von rund 10 Milliarden Euro angehäuft haben, einschließlich der Tarifsteigerungen. Für das folgende Jahr 2024 sind nach dem Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst bereits weitere Kostensteigerungen absehbar. Die Zeit bis zum Wirken einer großen Krankenhausreform darf nicht zu einer Zeit der Krankenhausinsolvenzen werden. Es müssen kurzfristig verlässliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Den Krankenhäusern muss eine verlässliche Planung ihrer Arbeit ermöglicht werden.

Daher appellieren auch wir an die Politik: Entscheiden Sie jetzt! Für die Krankenhäuser in Deutschland!

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