St. Antonius-Hospital Gronau GmbH
Akademisches Lehrkrankenhaus der
Universität Münster
Möllenweg 22
48599 Gronau (Westf.)

Gronau, 18. Juni 2026. Anlässlich der diesjährigen Welt-Kontinenz-Woche hat das Kontinenz- und Beckenbodenzentrum des St. Antonius-Hospitals Gronau gestern Abend zu einer interdisziplinären Fortbildungsveranstaltung eingeladen. Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie Krankenhausmediziner nutzten das „3. Kontinenz-Forum Gronau“, um sich über aktuelle diagnostische und therapeutische Möglichkeiten bei Kontinenz- und Beckenbodenstörungen auszutauschen.
Inkontinenz zählt zu den häufigsten, aber zugleich sehr stark tabuisierten Erkrankungen. Allein in Deutschland sind rund zehn Millionen Menschen betroffen. Die Erkrankung beeinträchtigt die Lebensqualität und führt häufig dazu, dass Betroffene sich aus dem sozialen Leben zurückziehen. Dabei stehen heute zahlreiche wirksame Behandlungs- und Präventionsmöglichkeiten zur Verfügung.
„Viele Menschen sprechen aus Scham nicht über ihre Beschwerden und verzichten dadurch auf medizinische Hilfe. Die Welt-Kontinenz-Woche bietet eine wichtige Gelegenheit, Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen und über moderne Behandlungsmöglichkeiten aufzuklären“, sagt Frauke Sonntag, Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe und Leiterin des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums des St. Antonius-Hospitals Gronau.
Im Mittelpunkt der Fortbildung standen aktuelle Erkenntnisse aus den Fachgebieten Urologie, Gynäkologie sowie Allgemein- und Viszeralchirurgie. Stefan Ruf aus der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie referierte über Diagnostik und Therapie des Rektumprolaps, einem Enddarm-Vorfall, bei dem sich der Enddarm aus dem Anus wölbt und bei dem operiert werden muss, wenn sich dieser nicht mehr zurückdrücken lässt.
Die Urologen Ansgar Tiemeyer und Dr. Julius Tölle informierten über die besonderen Herausforderungen bei männlichen Kontinenzstörungen. Beate Westhof von PubliCare referierte anschließend über Hilfsmittel für Ärzte und pflegende Angehörige bei Blasen- und Darmentleerungsstörung. Den gynäkologischen Blick auf Kontinenz- und Beckenbodenerkrankungen vermittelten Chefärztin Frauke Sonntag und Oberärztin Senait Berhane aus der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe.
Zum Abschluss gab es bei einem kleinen Imbiss eine Diskussionsrunde mit Lernerfolgskontrolle durch Multiple Choice Fragen. Auch bei den anschließenden Gesprächen wurde die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit besonders hervorgehoben. Kontinenzstörungen betreffen häufig mehrere Organsysteme und erfordern daher eine enge Vernetzung von Urologen, Gynäkologen, Chirurgen, Physiotherapeuten und weitere Spezialisten – so wie es am Kontinenz- und Beckenbodenzentrum des St. Antonius-Hospitals praktiziert wird.