Telefonaktion und Vortrag zu Kontinenz- und Senkungsbeschwerden

Aktionstag des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums und Netzwerk Gesundheit Gronau

29.10.2018

Die Art und Ausprägung von Kontinenz- und Becken-Beschwerden ist ebenso vielfältig wie die Ursachen. Betroffen sind Männer und Frauen gleichermaßen, wobei insbesondere Frauen nach der Geburt – häufig auch erst Jahre später – mit Beschwerden konfrontiert werden. Dabei müssen die Symptome nicht immer sofort offensichtlich sein. Häufig sind es zu Anfang leichte Funktionseinschränkungen, die – bewusst oder unbewusst – schnell übersehen werden. Wer jedoch die ersten Signale bewusst wahrnimmt und sich rechtzeitig einem Experten anvertraut, hat heute sehr gute Aussichten auf Heilung, bzw. auf langfristige Beschwerdefreiheit. 

Dass es niemandem leichtfällt, über die unangenehmen Erfahrungen mit dem eigenen Körper zu sprechen, wissen die Gronauer Experten aus ihrer täglichen Praxis.    

Georgios Stamatelos, leitender Abteilungsarzt der Gynäkologie am St. Antonius-Hospital Gronau und Koordinator des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums und seinem Team liegt daher die Öffentlichkeitsarbeit sehr am Herzen. Stamatelos zitiert in diesem Zusammenhang die Deutsche Kontinenz Gesellschaft:„Mit geschätzt mehr als neun Millionen Patienten zählt Inkontinenz schon längst zu den Volkskrankheiten, nur reden möchten die Betroffenen darüber am liebsten gar nicht – nicht mal mit ihrem Arzt. Mehr als 60 Prozent der Betroffenen scheuen den Arztbesuch. Über die Hälfte der Betroffenen findet sich laut Schätzungen mit der Situation ab. Inkontinenz ist bei Frauen nach der Geburt »eben normal« oder »gehört halt zum Älterwerden« dazu“, berichtet der Facharzt für Gynäkologie.

Dabei ist Inkontinenz in den meisten Fällen linderbar und oft sogar heilbar. Modernste Diagnose- und Therapie-Verfahren sorgen dafür, dass sich niemand mehr mit dem Problem abfinden muss. Voraussetzung dafür: Die Betroffenen müssen sich einem Experten anvertrauen und offen über das Problem sprechen. Auch das Gespräch mit Angehörigen oder Freunden kann ein erster Schritt sein.

Stamatelos erklärt, warum sich das KBBZ-Team zu der Telefonaktion mit unterschiedlichen Experten entschieden hat: „Wir möchten Betroffenen die Möglichkeit bieten, sich in ihrem gewohnten Umfeld anonym beraten zu lassen und den ersten Schritt über die Schwelle zu wagen. Bei unseren Aufklärungs- und Beratungsaktionen, wie etwa einem Infostand auf dem Wochenmarkt, erkennen wir schnell, welches Interesse an der Thematik besteht, wenn man den Menschen ein Forum bietet. Eigentlich gibt es niemanden, der oder die noch nicht mit Kontinenz-Beschwerden in irgendeiner Form in Berührung gekommen ist – zumindest im sozialen Umfeld. Umso wichtiger ist es uns, für Patientinnen und Patienten, aber auch für Hausärzte und Einweiser als Kompetenzpartner zur Verfügung zu stehen. Wir arbeiten hoch professionell als interdisziplinäres Team und verfügen über hervorragende Infrastruktur und Expertise in den verschiedenen Fachgebieten der Gynäkologie, der Urologie, Allgemein-Chirurgie und der Gastroenterologie. Darüber hinaus gehören die Physiotherapie, Schmerztherapie und Anästhesie, so wie die spezielle Pflege zu den Leistungskomponenten unseres Zentrums“, beschreibt der Mediziner einen Teil seiner täglichen Aufgaben.

Unter der Telefonnummer: 02562 915 - 78 78 stehen am 7. November neben Georgios Stamatelos die Experten Tserenchimeg Ganbaatar – Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Dr. med. Mustapha Addali – Facharzt für Urologie und Kinderurologie, Nikolaos Liakos, Facharzt für Urologie und Kinderurologie, Stefan Ruf – Facharzt für Allgemeinchirurgie und Karina Notthoff, Pflegefachkraft für das Kontinenz- und Beckenbodenzentrum für Fragen rund um Urin- und Stuhl-Inkontinenz sowie Senkungsbeschwerden zur Verfügung. 

Mehrere der Experten werden außerdem bei dem anschließend stattfindenden Vortrag von Prof. Dr. med. Dr. Phil Matthias Oelke in der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege am Gronauer St. Antonius-Hospital anwesend sein. (19.00 Uhr)

Auf Initiative des Netzwerk Gesundheit Gronau hält der anerkannte Endourologe Prof. Dr. Dr. Oelke seinen Vortrag Harninkontinenz – Ursachen, Diagnose, Therapie

Der im St. Antonius-Hospital Gronau tätige Oberarzt erklärt: „Mit steigendem Lebensalter nimmt die Häufigkeit der Urin-Inkontinenz tendenziell zu, aber auch junge Menschen sind davon betroffen. Bei Frauen liegt häufig ein schwacher Blasenschließmuskel vor. Bei Männern kommt es überwiegend infolge von Veränderungen der Prostata, z.B. bei gutartiger Prostatavergrößerung oder nach Prostataoperationen zur Harninkontinenz. Zur erfolgreichen Behandlung stehen heute sehr gute, schnell durchzuführende und für den Patienten wenig belastende Therapieverfahren zur Verfügung.

Unterschiedliche Krankheitsbilder erfordern entsprechend differenzierte Therapiekonzepte. Dabei kann unter Umständen schon ein gezieltes Training erste Erfolge bringen oder ein kleiner Eingriff deutliche Linderung ermöglichen. Mit unserer hervorragenden Diagnose- und Medizintechnik sind wir hier in Gronau in der Lage, hochkomplexe Operationenim kleinen Becken durchzuführen, wobei medizinische Eingriffe nicht zwangsläufig das Mittel der Wahl sind.

Alles entscheidend ist eine gute Diagnose der Inkontinenz-Art. Dann sind die Erfolgsaussichten einer Behandlung entsprechend hoch. Umso wichtiger ist die Abklärung der genauen Ursachen einer Inkontinenz. In unseren speziellen Sprechstunden können Betroffene vertrauensvoll ihre Situation schildern und die notwendigen Untersuchungen durchführen lassen“ erklärt Prof. Oelke.

„Wir möchten den Abend dazu nutzen, uns auf Augenhöhe mit den Besuchern unverkrampft mit dem Themenkomplex zu befassen. Dabei lege ich großen Wert darauf, dass die Zuhörer die teilweise komplexen Zusammenhänge verstehen und sich selbst auch verstanden fühlen. Wenn das gelingt, sind wir schon einen großen Schritt weiter“ erklärt der Experte und ergänzt: „Im Anschluss an meinen Vortrag stehen ich und die anderen Experten des KBBZ für Fragen und vertrauensvolle Gespräche zur Verfügung. Dabei gibt es keine »dummen« oder »falschen« Fragen.“ 

Telefonaktion:

Mi. 7.11.2018,17.00 bis 19.00 Uhr
Zentrale Telefonnummer: 02562 915 - 78 78

Vortrag:

Mi. 7.11.2018,19.00 bis 20.30 Uhr
Schule für Gesundheits- und Krankenpflege am St. Antonius-Hospital Gronau.

Zu dieser Veranstaltung ist eine verbindliche Anmeldung erforderlich.
Entweder in der Geschäftsstelle der EUREGIO-VHS, Tel.: 02562 12-666
oder in der Familienbildungsstätte Gronau, Tel.: 02562 9395-0

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